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BETTLER AUF  GOLDENEM THRON

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Die Hoffnung kommt aus Bolivien.
BETTLER AUF GOLDENEM THRON

Ein Theaterstück


Soziale Proteste
erschüttern seit Jahren das politische Leben Lateinamerikas. Der vorerst letzte Aufbruch fand in Bolivien statt. Nicht erst seitdem dort ein Indigener als Staatsoberhaupt in den Regierungspalast eingezogen ist, herrscht in dem Land Skepsis gegenüber den westlichen Vorstellungen von Entwicklung. Zu oft haben diese die Traditionen und Träume der „unterentwickelten" Völker auf gewaltsame Weise missachtet. Evo Morales sagt: „Es geht darum, gut zu leben, ‘vivir bien’, nicht besser d.h. im Luxus zu leben. Besser leben geht nur auf Kosten Dritter und zum Preis der Umweltzerstörung." Also: keine Ausbeutung von Menschen durch Menschen. Und: Leben im Einklang mit der Natur.

In Bolivien ist das andine „Vivir Bien" als Ziel in die Verfassung aufgenommen worden. Aber eine Sache ist die Absicht, eine andere, sie zu verwirklichen. Heftiger Widerstand kam sofort und von mehreren Seiten. Zuerst von der weißen Herrenklasse im Land, die seit Jahrhunderten gewohnt ist, die Indios auszubeuten und zu unterdrücken. Dann vom westlichen Ausland, dessen Konzerne nicht akzeptieren wollten, dass die Reichtümer des Landes in Zukunft nicht ihnen, sondern den Landeskindern zugute kommen sollten. Dass Wasser ein öffentliches Gut ist und nicht in die Hände privater Gesellschaften gehört, passte auch nicht in die Vorstellungswelt deutscher Entwicklungspolitik. Heftige Kämpfe gab es in den vergangenen Jahren - um das Wasser, um das Öl, um das Gas. Und viele Tote kostete die Rückgewinnung der Bergwerke, der Öl- und Gasvorkommen, der Plantagen. Die Stärke der sozialen Bewegungen im Land sowie die Abkehr Südamerikas von neoliberaler Politik überhaupt (kein Freihandel mit den USA!) brachten schließlich die Wende.

Die heutige bolivianische Regierungspolitik ist nicht frei von eigenen Widersprüchen, sichtbar z.B. im Protest gegen das Projekt einer Straße durch das „Indigene Territorium Nationalpark Isiboro Sécure". (Und wozu ein Atomkraftwerk?) Unbestreibar ist jedoch, dass der Erlös aus dem Verkauf der Ressourcen jetzt der eigenen Bevölkerung zugute kommt. UNO wie Weltbank haben die großen Erfolge Boliviens im Kampf gegen die Armut anerkannt.

Der bolivianische Aufbruch bleibt weiterhin gefährdet und braucht unsere Unterstützung - durch Aufdecken von Destabilisierungsversuchen, durch Kritik an Verzerrungen in unseren Medien, durch Verständnis für die Schwierigkeiten beim Aufbau des „plurinationalen" Staates.

Von den Bolivianern können wir aber auch lernen. Was für ein langer Atem politischen Widerstands! (In unserem Stück zeichnen wir ihn nach, angefangen von Domitila Chungara und den Bergarbeiterstreiks bis in die Gegenwart hinein.) Und ist das Konzept des Vivir Bien nicht auch eine Chance für unsere eigene Gesellschaft? Ein auf Konsum ausgerichteter und räuberischer Lebensstil bedroht unser aller Überleben. In dem Sinne will der Titel des Theaterstückes nicht nur sagen: Das arme Bolivien sitzt auf gigantischen Reichtümern (z.B. Lithium), sondern meint auch: Es besitzt geistige Schätze, die es mit uns zu teilen bereit ist: den Spirit der Anden. Papst Franziskus: „Evo, meine Bewunderung. Ich begleite dich mit meinem Segen." Es lebe die Lateinamerika-Solidarität!

Gastspiele: Gastspiele: 24.-28.02.2016, 25-23.10.2016, 17-19.05.2017
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